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Bischof Gregor Maria Hanke segnet in Ingolstadt Modell-Wohnungsbau des St. Gundekar-Werks

16.07.2012

Die Bezeichnung „e % – energieeffizienter Wohnungsbau“ für eines der jüngsten Förderprogramme der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern lässt irrigerweise vermuten, es gehe hier alleine um ökologisch beispielhafte Baumaßnahmen. Den Zuschlag erhielten aber in erster Linie Unternehmen, die für ihre Projekte auch ein gestalterisches und soziales Konzept vorlegen konnten, mit dem die neuen Wohnanlagen optimal in die bestehende Nachbarschaft eingebunden werden können. Das St. Gundekar-Werk Eichstätt war jetzt eines der ersten, das ihren Beitrag zum staatlichen Modellvorhaben seiner Bestimmung übergab. Die Adresse: Albertus-Magnus-Straße 1 – 7 sowie 13 – 15 im Ingolstadter Stadtteil Hollerstauden.

Mit einer Investitionssumme von rund 33 Mio. € (ein Drittel Eigenkapital) wurden nicht einfach nur 142 neue Wohnungen geschaffen. Club- bzw. Gruppenräume sowie eine bemerkenswerte Architektur und Funktionalität der Gebäude vermitteln den Bewohnern eine eigene Identität. Peter-Stephan Englert, Geschäftsführer des St. Gundekar-Werks, äußerte beim Festakt am 12. Juli 2012 die Hoffnung, <>dass die Kinder und Jugendlichen ihre Klassenkameraden mit nach Hause bringen und ihnen stolz sagen: „Schau her, hier wohne ich.“

Gebäude bereits bezogen
Der Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kamen zur Segnung der in drei Abschnitten errichteten und bereits zwischen Frühjahr und Herbst 2011 sukzessive bezogenen Gebäude. Verwirrung stiftete ein wenig die Tatsache, dass zunächst die Grundsteinlegung auf der Tagesordnung stand. Geschäftsführer Englert erklärte das nachträgliche Einmauern eines Steins mit dem Firmensignet und der Jahreszahl 2009 mit der Platzierung desselben, der ansonsten auf der rund zwei Jahre währenden Baustelle stets ein Hindernis gewesen wäre.

 
Pfarrer Georg Brenner nahm die Anlage und ihre Bewohner durch das Segnen des Grundsteins symbolisch in seine Kirchengemeinde auf. Hausherr Englert berichtete, dass das St. Gundekar-Werk im Stadtteil Hollerstauden inzwischen 220 Wohnungen geschaffen hat. In der Stadt Ingolstadt verfügt das Unternehmen insgesamt über 1878. Das sind rund 43 % des derzeitigen Gundekar-Bestandes von 4.362 Wohnungen. Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann freute sich, dass das St. Gundekar-Werk durch die Fertigstellung der neuen Wohnanlage einmal mehr den angespannten Wohnungsmarkt in seiner Stadt entlastet. Zudem lobte er das kirchliche Unternehmen, weil es vielmehr als nur ein Dach über den Kopf bietet. Beispielsweise kooperiert es mit dem Sozialdienst katholischer Frauen, der dafür sorgt, dass hier <>niemand vereinsamt.

„Gewaltiges Einsparpotential“
Minister Herrmann ergänzte die Aspekte des preisgünstigen und energieeffizienten Wohnens. Von der gesamten Energie, die in Deutschland verbraucht werde, entfielen 37 % auf Heizung und Beleuchtung von Wohnhäusern. „Da ist ein gewaltiges Einsparpotential vorhanden“, stellte er fest.
Hans-Peter Ritzer, einer der beteiligten Architekten, machte das Thema „Ökologie“ besonders anschaulich: Der Energiebedarf pro Jahr für eine 75-m²-Wohnung entspreche dem einer einzigen Autofahrt von München nach Hamburg und zurück. In der neuen Wohnanlage des St. Gundekar-Werks wird die Energie für Heizung und Warmwasser großteils mit Solarkollektoren erzeugt (1.300 m² Fläche) und über Pufferspeicher genutzt; der minimale Restenergiebedarf wird über umweltfreundliche Fernwärme abgedeckt. Das bedeutet, dass die gesamte Anlage mit einem Primärenergiefaktor von 0 bewertet werden kann.

Bischof Hanke meint, dass die Neubauwohnungen nach „Niedrigstenergiestandard“, für die und deren Bewohner er Gottes Segen erbat, sehr gut zur ökologischen Ausrichtung seines Bistums passe; sie seien ein kleiner Beitrag zu den großen Fragen der Welt.

Die Vergabe der Wohnungen – dies betonte Peter-Stephan Englert – erfolgt im Übrigen „ohne Ansehen der Person und deren religiösen Einstellung“. Ein generationenübergreifendes Zusammenleben soll zum Beispiel mittels eines Atriumhauses ermöglicht werden. In die Planung eines eigenen Kinderspielplatzes werden die hier wohnenden Nutzer unmittelbar einbezogen.

Zahlen und Daten
Die ersten Überlegungen zu diesem Vorzeigeprojekt wurden 2006 im Aufsichtsrat des St. Gundekar-Werks angestellt. Von November 2007 bis Februar 2008 folgte ein Gutachterverfahren. Den Masterplan und die konkreten Vorgaben für den ersten Bauabschnitt entwickelte bogevischs buero in München. Für den zweiten Bauabschnitt zeichneten Behnisch Architekten aus Stuttgart verantwortlich und für den dritten das Architekturbüro Brand aus Ingolstadt. Der Spatenstich erfolgte im Oktober 2009. Errichtet wurden 142 Wohneinheiten, wovon 15 Wohnungen ohne Förderung erstellt wurden. Zwei Wohnungen sind rollstuhlgerecht nach DIN 18025 Teil 1. Die Wohnungen gliedern sich in zwei 1-Zimmer-Wohnungen, 66 2- und 2,5-Zimmer-Wohnungen, 50 3-Zimmer-Wohnungen, 17 4-Zimmer-Wohnungen und vier 5-Zimmer-Wohnungen. Die Größen beginnen bei 40,47 m² und enden bei 109,32 m². Die gesamte Wohnfläche beträgt 10.068,65 m². Hinzukommen 208,54 m² Gemeinschaftsflächen. Die Anfangsmiete für alle liegt bei 7,00 €/m² im Monat. Es wurden ferner 140 Tiefgaragenstellplätze und 32 oberirdische Kfz-Stellplätze, davon drei behindertengerecht, geschaffen.